Fallenentfernungsprogramm im Kibale Forest (Uganda)

Fallenentfernungsprogramm im Kibale Forest (Uganda)

Der Wald von Kibale: Von Schimpansen und Schlingfallen

Der Kibale Nationalpark mit seiner Fläche von fast 800 Quadratkilometern ist die Heimat von etwa 1’450 Schimpansen, Ugandas grösster Schimpansenpopulation. Von den 13 Schimpansengemeinschaften von Kibale ist diejenige von Kanyawara besonders gut bekannt. Sie wird seit 1987 wissenschaftlich untersucht. Dabei zeigte sich, dass über 44% dieser Schimpansen schon in Schlingfallen geraten sind, und 85% dieser Tiere tragen bleibende Verletzungen davon.

Obwohl die Jagd im Kibale Nationalpark grundsätzlich untersagt und die Verwendung von Schlingfallen in Uganda illegal ist, wird diese Jagdtechnik fleissig eingesetzt: Fallen lassen sich gut tarnen, sind billig und einfach herzustellen, erfordern wenig Zeitaufwand, und man muss sie nicht oft kontrollieren. Fallen haben aber den Nachteil, dass sie nicht unterscheiden. Wilderer und illegale Holzfäller legen Fallen zwar vor allem für kleine Antilopen aus, aber Schimpansen verfangen sich ebenfalls darin und können sich nicht selber aus Drahtschlingen befreien.

Abb. 4. Wenka, ein junges Weibchen, verlor vier Finger ihrer linken Hand aufgrund einer Schlingenfalle.

Um die Tiere und insbesondere die Schimpansen zu schützen, wurde 1997 mit Unterstützung durch das Jane Goodall Institut das Kibale Snare Removal Program etabliert. Es verfolgt mehrere Ziele:

  • Bekämpfung der Fallenstellerei durch die Anstellung ugandischer Ranger, welche im Kibale Nationalpark 26 Tage pro Monat patrouillieren
  • Die Ranger suchen nach Wildfallen (die sie zerstören) und anderen illegalen Aktivitäten, und sie bestimmen die Dichte von Wildtieren
  • Schulklassen wird der Sinn des Naturschutzes nähergebracht (in Zusammenarbeit mit der Uganda Wildlife Authority)
  • Aufklärungsarbeit in den Siedlungen

Anzahl entfernter Fallen für den gesamten Zeitraum des Projektes.

Bis jetzt erreicht:
  • Fallen finden und entfernen: Im Durchschnitt finden die Ranger seit Projektbeginn etwa 44 Fallen pro Monat. Drahtschlingen sind der häufigste Fallentyp. Die Beobachtungsdaten der Snare Removal Teams liefern auch wichtige Hinweise auf die Vorgehensweise der Wilderer. So werden zum Beispiel signifikant weniger Fallen innerhalb des Streifgebiets der Kanyawara-Schimpansen gefunden als ausserhalb dieses Gebiets. Vermutlich hat die kontinuierliche Anwesenheit der Forschungsteams eine gewisse abschreckende Wirkung auf die Wilderer.
  • Eingreifen: Manchmal werden Tiere noch lebend in Fallen vorgefunden und können von den Rangern befreit werden. Schimpansen verletzen sich häufig sehr schwer bei den Versuchen, sich von der Drahtschlinge zu befreien. Diese Verletzungen können zum Verlust von Gliedmassen oder zum Tod der Tiere führen. Das Kibale Snare Removal Program arbeitet mit mehreren Tierärzten zusammen, die notfalls innerhalb eines Tages vor Ort sind, so dass der verletzte Schimpanse mit Betäubungsgewehr sediert und verarztet werden kann. Verschiedene verletzte Schimpansen konnten dank solcher Einsätze gerettet werden.
  • Aufklärung: Die Ranger des Snare Removal Teams arbeiten auch mit dem Kasiisi-Projekt an der Kasiisi Primarschule zusammen, um den Kindern die Notwendigkeit für den Schimpansen-Schutz zu erläutern. Schulkinder im Kasiisi-Projekt mit aktivem Naturschutz-Programm haben eine signifikant positivere Einstellung gegenüber Schimpansen als Schulen ohne dieses Programm.

Trittfalle aus Metall mit gespannten Schlagbügeln (links), und Grubenfalle für Elefanten (rechts).