Auffangstation Tchimpounga (Republik Kongo)

Auffangstation Tchimpounga (Republik Kongo)

Das Tchimpounga Chimpanzee Rehabilitation Center ist eine von der Republik Kongo 1992 eingerichtete und seit 1999 vom Jane-Goodall-Institut geführte Auffangstation für Schimpansenwaisen und andere bedrohte Primatenarten. Zurzeit halten sich dort etwa 160 Schimpansen auf.

Die meisten Schimpansenwaisen wurden inzwischen von den Gehegen der Auffangstation auf drei Inseln im Fluss Kouilou transferiert. Dort können sie tagsüber in grossen Gruppen frei den natürlichen Wald der Inseln durchstreifen. Die Anpassung an das Gruppenleben auf den Inseln bietet den Schimpansen eine gute Vorbereitung für eine später geplante Auswilderung.

Neben dem 26 ha umfassenden Gebiet wurde im März 1999 von der Demokratischen Republik Kongo ein Schutzgebiet mit einer Fläche von 7’284 ha eingerichtet. Das Tchimpounga Naturreservat wird vom Jane-Goodall-Institut geführt. Im Schutzgebiet leben etwa 50 bis 60 wilde Schimpansen, und entlang des Flusses Kouilou, der ausserhalb des Schutzgebiets fliesst, sind weitere Populationen bekannt.

Was wir tun:
  • Rehabilitation von etwa 160 Schimpansenwaisen an eine Lebensweise in Schimpansengruppen. Bei der Bildung verträglicher Schimpansengruppen ist es eine grosse Herausforderung an die Pfleger, die richtige Mischung aus Anzahl, Geschlechtern und Persönlichkeiten zu finden.
  • Verschiedene andere Tierarten wurden von der Tchimpounga-Auffangstation bereits ausgewildert (zum Beispiel Blaumaulmeerkatzen, Mandrills, Schuppentiere, Graupapageien).
  • Wachmannschaften (Ecoguards) im Tchimpounga Naturschutzgebiet führen weiterhin regelmässige Patrouillen und andere Aktivitäten durch, um die Sicherheit des Schutzgebiets zu überwachen und die illegale Gewinnung von Ressourcen zu verhindern. Die umliegenden Dörfer werden in die Kampagnen mit einbezogen, weil sie schliesslich nicht nur die Hauptunterstützer sein, sondern auch mittelbar davon profitieren sollen. Diese als Community-Centered Conservation (CCC) bezeichnete Vorgehensweise zielt auf eine Stärkung der lokalen politischen Organisationen, die engere Koordination zwischen den örtlichen Kräften und dem Reservatsmanagement, die Schulung auf allen Ebenen, die Verbesserung der gesellschaftlichen Infrastruktur und die Anpassung der Landwirtschaft.
  • Finanzierung, Bau oder Renovation von Schulen (in Tchikafi, Mpili, Notoupou) und Anschaffung von Lehrmaterialien und Schulbüchern.
  • Aus- und Weiterbildung von Schülern und Studenten im Zentrum und im Schutzgebiet. Dies sensibilisiert nicht nur die späteren Fachkräfte für die Einzigartigkeit ihrer natürlichen Umgebung, sondern verbessert auch die Berufsperspektiven vor allem armen oder verwaisten Kindern und Flüchtlingskindern.
  • Zusammenarbeit mit dem AIDS Prevention and Awareness Raising in Schools (PRESIEC), das sich der AIDS-Prävention in Schulen verschrieben hat. Seine Kenntnisse und sein Zugang zu marginalisierten Gruppen sind dabei von grosser Tragweite.
  • Zwei Krankenschwestern betreiben mit Unterstützung des Jane Goodall Instituts und der Regierung eine örtliche Krankenstation.