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1934-2025

In Gedenken an Jane Goodall

Pionierin der Verhaltensforschung. Naturschützerin. UN-Friedensbotschaftern.

Jane Goodall, Pionierin der Verhaltensforschung, Gründerin des Jane Goodall Instituts, Naturschützerin und UN-Friedensbotschafterin, setzte sich ihr Leben lang unermüdlich für den besseren Schutz von Schimpansen, anderen Tieren und der Natur ein. Sie ermutigte Millionen Menschen auf der ganzen Welt, einen harmonischeren Umgang mit anderen Menschen, allen Tieren und der Natur zu finden. Jane Goodall ist am 1. Oktober 2025 verstorben – wir sind tief betroffen.

Jane Goodall, die berühmte Pionierin der Verhaltensforschung, Gründerin des Jane Goodall Instituts, Naturschützerin und UN-Friedensbotschafterin, ist im Alter von 91 Jahren verstorben.

Jane Goodall wurde weltweit bekannt durch ihre Forschung über wilde Schimpansen in Gombe, Tansania, ab 1960. Später in ihrem Leben erlangte sie ausserdem Bekanntheit als unermüdliche Fürsprecherin für den Tier-, Arten- und Naturschutz.

Sie engagierte sich dafür, dass auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene darin bestärkt werden, über ihr unmittelbares Umfeld nachzudenken, Missstände zu erkennen, ihre Anliegen an den Tier- und Artenschutz und an die Gesellschaft in für sie machbare Aktion umzuwandeln und mit eigenen Projekten an der Gestaltung der Welt teilzuhaben.

Sie leitete zahlreiche Initiativen für die Verbesserung der Lebensumstände von Schimpansen in menschlicher Obhut. Alles, was sie tat, war geleitet von einer persönlichen, tiefen Faszination für die Natur in all ihren Farben und Formen, und von der Erkenntnis, dass alle Lebensformen in einem feinen Gleichgewicht miteinander verbunden sind.

Geboren als Valerie Jane Morris-Goodall war Jane die älteste Tochter des Geschäftsmanns und Rennfahrers Mortimer Herbert Morris-Goodall und der Schriftstellerin Margaret Myfanwe Joseph.

Schon in ihrer Kindheit liebte sie Tiere und las zahlreiche Bücher über sie und die Natur. Ihr Kindheitstraum war es, nach Afrika zu reisen, Tiere zu beobachten und Bücher über sie zu schreiben.

Nach der Schule arbeitete sie als Kellnerin, um Geld für eine Schiffspassage nach Kenia zu sparen. Gesagt getan! In Nairobi lernte sie den Paläoanthropologen Louis Leakey kennen, der sie als Sekretärin am Nationalmuseum einstellte. Er nahm sie auch mit in die Olduvai-Schlucht, wo er und seine Frau Mary versteinerte Überreste von lang vergangenen Formen von Ur-Menschen suchte.

Leakey war beeindruckt von Janes Wissensdurst, ihrer Geduld und Entschlossenheit. Er wollte mehr über das Verhalten der Ur-Menschen erfahren und erhoffte sich, Hinweise darüber im Verhalten von wilden Schimpansen – den nächsten Verwandten der Menschen – zu finden. Darum bot er Jane an, nach Tansania zu reisen und das Verhalten von wilden Schimpansen im Gombe-Wald zu beobachten. Rückblickend sagte sie oft, dass sie natürlich mit jeder Tierart gerne gearbeitet hätte. Doch es sei ein grosses Glück gewesen, ausgerechnet die nächsten Verwandten von uns Menschen erforschen zu können.

Am 14. Juli 1960 reiste Jane Goodall zum ersten Mal nach Gombe. Die Schimpansen waren scheu und fürchteten sich vor Menschen. Sie bekam sie monatelang kaum zu Gesicht. Als erste Beobachtungen endlich möglich wurden, gelang ihr eine Sensation. Sie beschrieb, wie einer der Schimpansen – David Greybeard – vor ihren Augen einen Zweig so herrichtete, das er ihn in die Gänge eines Termitenbaus einführen konnte. Die Termiten-Soldaten griffen den Fremdkörper sofort an und bissen sich an ihm fest. David brauchte den Zweig nur noch sorgfältig herauszuziehen, bevor er die Termiten genüsslich verspeisen konnte.

Diese Beobachtung ging wie ein Lauffeuer um die Welt, denn nach damaligem Wissen waren Menschen die einzigen Lebenwesen der Erde, die Werkzeuge herstellen und benützen. Werkzeuggebrauch galt als wissenschaftliches Kriterium, das Menschen von allen Tieren abhob. 

In der Folge bekam Jane Goodall Forschungsgelder, um ihre Arbeit in Gombe fortzusezten. Weil sie keine universitäre Ausbildung hatte, interpretierte sie das Verhalten der Schimpansen zunächst rein intuitiv. Das wurde von der Wissenschaft scharf kritisiert. Damit ihre Arbeit ernst genommen wurde, schickte Louis Leakey sie ans Newnham College in Cambridge, wo sie mit ihren frühen Daten promovierte – ohne je ein Studium absolviert zu haben; dafür war keine Zeit. Jane Goodall schloss ihre Dissertation „The Behaviour of Free-living Chimpanzees in the Gombe Stream Reserve“ im Jahr 1965 ab und führte anschliessend ihre Feldstudien über die Schimpansen in Gombe weiter. Ihre zahlreichen wissenschaftlichen und populären Artikel aus dieser Zeit entfachten weltweit grosses Interesse an wilden Schimpansen und ihrer Stellung relativ zum Menschen. Sie inspirierten insbesondere zahlreiche junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaflter, in Gombe und an weiteren Orten in Afrika das Verhalten von Schimpansen weiter zu erforschen.

An einem Forschungskongress in Chicago im Jahr 1986 erfuhr sie, dass Schimpansen in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet verschwinden. Berichte über Schimpansen, die unter misslichen Bedingungen in biomedizinischen Laboren gehalten wurden, machten sie betroffen. Sie sagte stets, sie habe diesen Kongress als Wissenschaftlerin betreten und als Aktivistin verlassen. Sie übergab die weitere Erforschung der Gombe-Schimpansen ihrem Team. Dieses führt die Forschung in Gombe bis heute weiter und machte damit die Gombe-Studie zur längsten ununterbrochen Feldstudie über wilde Schimpansen überhaupt.

Jane Goodall begann, sich konsequent für den Tier- und Artenschutz einzusetzen. Das Jane Goodall Institut, das sie bereits 1977 zunächst zur Koordination der Forschung in Gombe gegründet hatte, wuchs rasch. Es ist heute eine Naturschutzorganisation mit vielfältigen Projekten zum Schutz von Schimpansen und ihren Lebensräumen in zahlreichen Afrikanischen Ländern. In dieser Arbeit spiegelt sich bis heute Janes frühe Einsicht, dass Naturschutz nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort nachhaltig ist. Heute gibt es Jane Goodall Institute in 25 Ländern. 

1991 gründete Jane Goodall mit 12 Schülerinnen und Schülern in Daressalam, Tansania, ihr Herzensprojekt Roots & Shoots. Im Kern dieses Projekts liegt bis heute ihre Überzeugung, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu guten Hütern der Natur heranwachsen, wenn sie früh Selbstwirksamkeit erfahren. Roots & Shoots bestärkt und unterstützt heute jedes Jahre hundertausende junge Menschen in rund [75] Ländern, sich aktiv mit selbtstggewählten, konkreten und machbaren Projekten für Menschen, Tiere und die Natur zu engagieren und so die Welt mitzugestalten.

2017 fügte Jane die Jane Goodall Legacy Foundation zum Internationalen Netzwerk der Jane Goodall Institute hinzu. Ihre Aufgabe ist es, das Lebenswerk von Jane Goodall – darunter auch die Forschung und den Naturschutz in und um Gombe – finanziell zu unterstützen.

Jane Goodall war zweimal verheiratet. Ihre erste Ehe mit Hugo van Lawick, dem holländischen Tierfotografen von National Geographic, wurde 1974 geschieden. Später heiratete sie Derek Bryceson, Parlamentsmitglied von Tansania und ehemaliger Direktor der tansanischen Nationalparks. Er verstarb 1980.

Im Laufe ihres Lebens schrieb sie zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene. Sie war in zahlreichen Dokumentarfilmen und zwei grossen IMAX-Produktionen zu sehen. 2019 eröffnete National Geographic die Wanderausstellung “Becoming Jane”, die sich ihrem Lebenswerk widmet. Ihr neuestes Buch mit dem deutschen Titel „Das Buch der Hoffnung: Ein Wegweiser für schwierige Zeiten“ wurde in über 20 Sprachen übersetzt.

Jane Goodall erhielt zahlreiche  Auszeichnungen und Ehrungen. 2002 wurde sie UN-Friedensbotschafterin. Zwei Jahre später empfing sie vom englischen Köngishaus den Titel «Dame Commander of the Order of the British Empire» (DBE). Sie erhielt ausserdem die französische «Légion d’honneur», die Benjamin-Franklin-Medaille für Biowissenschaften, den renommierten Kyoto-Preis Japans, den Gandhi-King-Preis für Gewaltlosigkeit, die Medaille Tansanias sowie den Tyler-Preis für Umweltleistungen. 2025 wurde ihr die Freiheitsmedaille des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika für ihre Beiträge zur Wissenschaft und ihren unermüdlichen Einsatz für unseren Planeten verliehen. Darüber hinaus wurde sie von zahlreichen Regierungen, Bildungseinrichtungen und gemeinnützigen Organisationen weltweit geehrt.

Jane Goodall inspirierte Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, wilde Schimpansen und ihre Wälder sowie andere Wildtiere zu erforschen. Sie betonte stets, wie wichtig es ist, hoffnungsvoll zu bleiben und Verantwortung zu übernehmen:  „Jeder und jede Einzelne von uns hat jeden Tag eine Wirkung auf die Welt – es liegt an uns zu entscheiden, was für eine Art von Wirkung wir haben.“

Jane Goodalls Vermächtnis lebt weiter durch die Forschung in Gombe, das menschen-zentrierte Naturschutzprogramm TACARE in Tansania und anderen Ländern Afrikas, die Arbeit der Schimpansen-Schutzstationen Chimp Eden in Südafrika und Tchimpounga in der Republik Kongo sowie Roots & Shoots, das junge Menschen weltweit dazu befähigt, sich aktiv in die Gestaltung der Welt einzubringen.

In ihrem letzten Lebensabschnitt war Jane Goodall während rund 300 Tagen pro Jahr auf Reisen. Ihr Elternhaus in Bournemouth, England, blieb jedoch stets ihr Zuhause. Ihre Schwester Judy Waters und deren Familie spielten über jahrzehnte hinweg eine zentrale Rolle bei der Unterstützung ihrer Arbeit. Sie hiessen sie stets herzlich willkommen, wenn sie nach Hause kam. Jane hinterlässt ihren Sohn Hugo Eric Louis van Lawick (liebevoll „Grub“ genannt) sowie ihre drei Enkelkinder Merlin, Angel und Nick.

Diese Reise veränderte die Welt.

Jane Goodall ebnete den Weg - jetzt ist es an uns, ihr Vermächtnis in die Zukunft zu tragen.

“Wir haben die Wahl, das Geschenk unseres Lebens für eine bessere Welt einzusetzen.”

Jane Goodall

Ich helfe mit, das Vermächtnis von Jane Goodall in die Zukunft zu tragen.

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Jane Goodall Institut Schweiz

c/o Institut für Evolutionäre Anthropologie
Universität Zürich
Winterthurerstrasse 190
8057 Zürich

Spendenkonto: 
IBAN CH54 0900 0000 8542 5499 1

Email: info@janegoodall.ch
Tel: 079 341 47 66

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