Der Bugoma-Wald in Westuganda ist Heimat von rund 370 Schimpansen sowie zahlreicher weiterer bedrohter Tierarten. Doch das Ökosystem steht seit Jahren massiv unter Druck. Illegaler Holzeinschlag, Wilderei, landwirtschaftliche Ausdehnung und die wachsende Industrialisierung der Region haben den Wald Stück für Stück zurückgedrängt. Lange war die Entwicklung schmerzhaft eindeutig: Der Bugoma-Wald droht zu verschwinden. Doch nun gibt es wieder einen Grund zur Hoffnung.
Wem gehört der Wald – und was darf mit ihm geschehen?
Die Geschichte dieses Waldes ist eng verwoben mit politischen Entscheidungen und Konflikten um Land und Nutzung. In der britischen Kolonialzeit wurde der Bugoma-Wald unter Schutz gestellt, doch spätere Jahrzehnte brachten immer wieder Verschiebungen von Zuständigkeiten und Besitzrechten mit sich. Die damit verbundenen Grenzziehungen und Eigentumsverhältnisse sind bis heute umstritten. Ein Teil des Waldes wurde dadurch vor einigen Jahren an ein Zuckerrohrunternehmen verpachtet.
Die anschliessende, offiziell vereinbarte selektive Nutzung dieses Waldstücks wurde von einer Welle illegaler Aktivität getroffen. 2021 wurde es innerhalb kürzester Zeit vollständig gerodet und das Holz vor Ort zu Holzkohle verarbeitet. Mindestens eine Schimpansengruppe verlor so einen wichtigen Teil ihres Lebensraums.
Seitdem setzen sich Naturschutzorganisationen, Teile der lokalen Zivilgesellschaft und der Behörden verstärkt für den Erhalt des verbliebenen Waldes ein. Doch der Druck auf das Gebiet hält bis heute an, und die Besitzverhältnisse einzelner Waldflächen bleiben komplex und politisch sensibel. Unser Anliegen in dieser vielschichtigen Situation ist klar: der Schutz des verbleibenden Waldes und seines einzigartigen Ökosystems.
Nach Jahren der Zerstörung wächst neue Hoffnung
Schon seit Jahren gibt es Bemühungen, den Bugoma-Wald zu schützen. Dazu tragen wir mit unserem Bugoma-Projekt einen wichtigen Teil bei. Mit der jüngsten Entscheidung der Regierung wird das Engagement für den Erhalt des Bugoma-Waldes nun deutlich konkreter und institutionell gestärkt.
Am 9. Mai 2026 übertrug die Regierung der Uganda Wildlife Authority (UWA) offiziell die Verantwortung für den Schutz des Bugoma-Waldes. Die UWA ist eine erfahrene staatliche Naturschutzbehörde, die in den Bereichen Schutzgebietsmanagement, Wildtierschutz, Wiederherstellung von Ökosystemen sowie Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort über langjährige Expertise verfügt.
Mit dieser Entscheidung setzt die Regierung ein deutliches Zeichen: Die fortschreitende Zerstörung eines der wichtigsten Naturgebiete des Landes soll nicht länger hingenommen werden. Ziel ist es, den Schutzstatus des Bugoma-Waldes deutlich anzuheben und ihn in einen Nationalpark umzuwandeln.
Dieser Schritt unterstreicht den Willen der Regierung, Ugandas Naturerbe zu schützen und den Bugoma-Wald für heutige und zukünftige Generationen zu bewahren.
Diese Entscheidung ist ein wichtiger Meilenstein für den Naturschutz in Uganda. Nach Jahren voller Unsicherheit gibt sie Hoffnung, dass der Bugoma-Wald – und mit ihm seine Schimpansen – nicht verloren geht.

