Jane’s Biographie

1934 Geboren am 3. April in London als ältere von zwei Schwestern. Der Vater ist Ingenieur, die Mutter Schriftstellerin. Im Alter von fünf Jahren Umzug der Familie nach Bournemouth an der Südküste Englands. Die Lieblingsbücher in ihrer Kindheit sind “Tarzan” und “Dr. Dolittle”.
1952 Nach Abschluss der Secondary School, Jobs als Sekretärin und Assistentin bei einer Londoner Filmfirma.
1957 Auf Einladung einer Schulfreundin erste Afrika-Reise nach Kenia. Der Anthropologe und Paläontologe Louis Leakey, Direktor des Kenya National Museum, engagiert sie als Assistentin.
1960 Im Wildreservat von Gombe am Tanganjika-See in Tansania, das 1966 zum Nationalpark wird, beginnt sie, begleitet von ihrer Mutter Vanne, das Verhalten von Schimpansen zu erforschen. Ihr Mentor Leakey hält Frauen für bessere Beobachter als Männer, da sie ihm geduldiger und ausdauernd erscheinen. Er erhofft sich Erkenntnisse, die Rückschlüsse auf das Verhalten der Frühmenschen zulassen.
1962 Mit einer Ausnahmegenehmigung, da sie nicht studiert hat, schreibt sie sich an der Universität von Cambridge zur Promotion ein.
1964 Sie heiratet den niederländischen Tierfilmer Hugo van Lawick (1937 – 2002) und dreht mit ihm zahlreiche Filme. Die Ehe hält zehn Jahre. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, Hugo Eric Louis, genannt Grub.
1965 Verleihung des Doktortitels.
1967 Sie wird Scientific Director des Gombe-Stream-Research-Center.
1971 Gastprofessorin an der kalifornischen Stanford University bis 1975.
1975 Sie heiratet Derek Bryceson, Direktor des Nationalparks von Tansania. Er stirbt 1980 an Krebs.
1977 Gründung des Jane Goodall Institute for Wildlife Research, Education and Conservation (JGI), das inzwischen Büros in 27 Ländern unterhält. Oberstes Ziel des Jane Goodall Institute ist der respektvolle Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur.
1986 Ihr Buch “The Chimpanzees of Gombe: Patterns of Behaviour” erscheint. Auf einer Konferenz von Biologen beschließt sie, ihre Forschungen einzustellen und sich fortan als Tierschutz- und Umwelt-Aktivistin zu betätigen.
1990 Ausgezeichnet mit dem Kyoto-Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen.
1991 Mit einigen Schülern gründet sie in Tansania die Aktion “Roots & Shoots” (wörtlich: Wurzeln & Sprösslinge). Heute existieren mehr als 10.000 Gruppen in über 100 Ländern, die sich mit kleinen und größeren Umwelt- und Sozial-Projekten für eine bessere Welt engagieren. Viele davon entwickeln sich später zu umfassenden Projekten in der Region.
1994 Sie initiiert das Projekt “Tacare” (Lake Tanganyika Catchment Reforestation and Education) zur Wiederaufforstung des Gebiets um den Gombe-Nationalpark und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen dort. Heute nehmen 30 Dörfer in der Region an dem Projekt teil. „Tacare“ ist heute ein Programm, das von JGI auch in anderen afrikanischen Ländern umgesetzt wird.
1997 Ausgezeichnet mit dem Global 500 Award, dem bis 2004 von der UNEP (United Nations Environment Program) gestifteten Umweltpreis.
1999 Die Autobiografie “Grund zur Hoffnung” erscheint auch auf Deutsch.
2002 Generalsekretär Kofi Annan ernennt sie zur Friedensbotschafterin der UN. In Österreich erhält sie vom Umweltministerium den Konrad-Lorenz-Preis.
2003 Ausgezeichnet mit dem Prinz von Asturien-Preis, dem spanischen Pendant zum schwedischen Nobelpreis, in der Sparte Wissenschaft und technische Forschung.
2004 Queen Elizabeth II. adelt Jane Goodall mit dem Titel “Dame Commander of the Order of the British Empire” (DBE).
2005 Ernannt zum Offizier der Französischen Ehrenlegion.
2010 Vor 50 Jahren, im Juli 1960, begann sie mit ihrer Forschungsarbeit. In aller Welt finden Feierlichkeiten und Aktivitäten zum “Gombe 50″-Jubiläum statt. Doch schon vor fast 25 Jahren ist aus der Beobachterin eine Aktivistin geworden, die unermüdlich daran arbeitet und deren Ziel es ist, gemeinsam eine bessere Welt zu schaffen.
2014 Am 3. April feierte Jane ihren 80.Geburtstag. Zu diesem Anlass veranstaltete Google ein eigenes Google+ Hangout, an dem viele Menschen weltweit online teilnehmen konnten. Im Frühjahr erschien auch ihr Buch “Seeds of Hope”, in dem sie die wichtige Rolle die Bäume und Pflanzen in unserer Welt spielen untersucht.

 

Leben heute

Im Jahr 1986 – nach fast 30 Jahren Erforschung der Schimpansen im Gombe Stream Nationalpark – gab es im Leben von Jane Goodall eine große Wende. Aus der Forscherin in Tansania wurde eine Aktivistin, die sich bis heute unermüdlich für den Schutz der Schimpansen, der Umwelt und soziale Belange einsetzt.

Im Rahmen einer Konferenz über die Zerstörung der Regenwälder und den Rückgang der Primaten wurde ihr bewusst, dass sie nun „ihren“ Schimpansen etwas zurückgeben musste. Sie beschloss aus dem Regenwald hinaus in die Welt zu gehen, um über die Schimpansen zu berichten und über die Wichtigkeit, ihren Lebensraum zu schützen. Jane Goodall erkannte die Zusammenhänge zwischen Artenschutz, Umweltschutz und den Anliegen sowie Bedürfnissen der Menschen. Das war der Beginn ihrer heutigen Tätigkeit.

Seit 1986 ist Jane Goodall mehr als 300 Tage im Jahr weltweit unterwegs. Hält sie nicht gerade einen ihrer bewegenden Vorträge, nimmt sie an Kongressen teil und trifft andere Wissenschafter, Politiker, Jugendliche und andere Persönlichkeiten, um an Projekten zu arbeiten und um über Notwendigkeiten zu diskutieren.

„Seit 1986 bin ich nirgends länger als drei Wochen an einem Ort. Manchmal muss ich mir beim Aufwachen erst überlegen, wo ich bin. Es fällt mir oft schwer zu schlafen, weil ich immer versuche, zu viele Dinge zu tun. Immer wieder bedrängen mich schreckliche Bilder in dieser Welt, so auch die verzweifelten Blicke von Schimpansen in Ketten oder in Versuchslabors. Das beeinträchtigt sogar meine Beobachtung der frei lebenden Schimpansen. Sobald ich denke ‘sind sie nicht glücklich?’ sehe ich Schimpansen vor mir, die in winzigen Gefängnissen stecken, obwohl sie kein Verbrechen begangen haben. Wer das einmal gesehen hat, kann es nie mehr vergessen.”

Nur selten – für ein paar Wochen im Jahr – kehrt sie in ihr Zuhause nach Bournemouth in Südengland zurück. Dort genießt sie die kurzen Pausen zwischen ihren Reisen mit ihrer Schwester Judy, ihren Enkelkindern und Hunden. Hier findet sie Ruhe zur Beantwortung unzähliger Briefe und schreibt an ihren Büchern, in denen sie ihre Ansichten und Hoffnungen weitergibt.