Ausbildungszentrum in Kigaaga im Distrikt Hoima (Uganda)

Kigaaga Umweltbildungsprojekt

 

 

 

In Westuganda, dem östlichsten Rand des Verbreitungsgebietes der Schimpansen, leben die Menschen vorwiegend von kleinflächiger Landwirtschaft. Was sie anbauen, brauchen sie und ihre Familien zum Überleben. Das Bevölkerungswachstum im Land betrug im Jahr 2019 laut Weltbank 3.6% – und liegt in Westuganda über diesem Durchschnitt. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen sich von dem ernähren müssen, was ihr Boden hergibt. Dies führt zu einem immensen Druck auf die Wälder, deren Boden bisher nicht landwirtschaftlich genutzt wurde.

 

Andrerseits hat hier der Umweltschutzgedanke aufgrund des rasch schwindenden Waldes und immer besser spürbaren Klimawandels in den letzten Jahren an Attraktivität gewonnen. Trotzdem gibt es im Land kaum Institutionen, die in der Bevölkerung das Wissen über geeignete Anbautechniken und angewandten Umweltschutz fördern. 

 

Im Rahmen unseres Kigaaga Umweltbildungsprojektes unterhalten wir ein Ausbildungszentrum und bieten den Primarschulen in der Umgebung Unterrichtseinheiten und andere Aktivitäten zu Umweltschutz-Themen an.

 

Im Demonstrations-Garten hinter den Schulungsräumen lernen Erwachsene und Kinder das Ziehen von Baumsamen und Gemüse, das Pflanzen von Baumsetzlingen und die Pflege von jungen Bäumen. Die Baumsetzlinge werden an die Bauernfamilien verteilt. Eukalyptusbäume werden von ihnen als alternative Brenn- und Bauholzbäume geschätzt, die den verbleibenden, natürlichen Wald entlasten. Mit den indigenen Markhamia- und Caliandra- Setzlingen werten sie ihre eigenen Gärten und natürlichen Waldfragmente auf. Kaffee-Setzlinge liefern schon nach wenigen Jahren erste Früchte und dienen so als alternative Einkommensquelle.

 

Im Kigaaga Umweltbildungsprojekt werden ausserdem zehn Primarschulen mit Umweltunterricht erreicht – etwa 7000 Schülerinnen und Schüler. Besonderes Augenmerk richten wir auf die Lehrpersonen, die wir mit audiovisuellen Hilfsmitteln und Workshops unterstützen. Sie errichten mit den Kindern an ihren Schulen Baumschulen und Gemüsegärten, wo sich nicht nur die Schulen mit eigenem Brennholz und Gemüse versorgen kann, sondern die Schülerinnen und Schüler sich wichtiges Wissen über praktischen Umweltschutz aneignen.

 

Der Wald ist für viele Schülerinnen und Schüler ein negativ besetzter, gefährlicher Ort, der unbegrenzt ist und nicht geschützt werden muss. Auf Exkursionen in den Wald, sogenannten «Forest Walks», bekommen sie Gelegenheit, den Wald mitsamt seinen Tieren und Pflanzen mit neuen Augen zu betrachten.