Welche Online-Inhalte schaden den Menschenaffen?

Wir setzen auf die Sozialen Medien und die digitale Kommunikation, um das Interesse und das Verständnis für Schimpansen zu vermehren und ihren Schutz zu fördern.

 

Aber es gibt Bilder von Schimpansen – und Wildtieren ganz allgemein -, die missverständliche und falsche Botschaften aussenden. Diese Bilder zeigen Schimpansen in verantwortungsloser menschlicher Umgebung, in Kleidern, beim Verrichten von menschlichen Aktivitäten (Velofahren, Rauchen, Kartenspielen etc), Schimpansen in Körperkontakt oder während Interaktionen mit Menschen, die keine ausgewiesenen Experten sind. Diese Bilder wecken den Eindruck, dass Schimpansen berührt, gehalten oder gestreichelt werden können, und dass es ihnen in der gezeigten Umgebung gefällt. Sie lassen vergessen, dass Schimpansen bedrohte Wildtiere sind. Dieser falsche Eindruck schadet die Wildtiere gleich mehrfach.

 

Solche Bilder erwecken den Eindruck, diese höchst tierquälerische Art der Tierhaltung sei normal. Sie missachten die Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier, die durch diese körperliche Nähe entsteht. Und sie stellen die Schimpansen als süss oder spassig dar, was der Nachfrage nach Schimpansenkindern als Haus- oder Schautier zuträglich ist – mit potentiell verheerenden Folgen für die wilden Schimpansen.

 

Vermeiden Sie darum Inhalte, die Schimpansen wie folgt darstellen:

 

Als Haustiere, in menschlichen Kleidern, in Wohnungen

Menschenaffen eignen sich nicht als Haustiere in Privathaushalten. Sie leiden unter den misslichen Haltungsbedingungen, die ihnen dort geboten werden. Ihre Bedürfnisse können nicht gedeckt werden. Sie müssen eingesperrt oder angebunden werden, sobald sie etwas älter und stärker sind, und werden oft bestraft und verstümmelt, damit sie unter Kontrolle bleiben.

Eine frühe Trennung von ihren Müttern führt bei Schimpansen zu langanhaltender, oft lebenslanger sozialer und psychologischer Beeinträchtigung. Viele Schimpansenkinder, die Opfer des illegalen Wildtierhandels wurden, erholen sich nie von ihrem Trauma und überleben nicht bis zum Erwachsenenalter.

 

 

Als Schautiere, als Selfie-Attraktionen, als Zirkus-Artisten

Menschenaffen dürfen nicht als Schautiere, Selfie-Attraktionen oder Zirkus-Artisten missbraucht werden. Diese Tiere werden bereits als Kinder auf ihre spätere Rolle abgerichtet, die Trainingsmethoden sind brutal, sie verbringen ihre Tage oft in Einzelhaltung. Isolation, Grausamkeit und Vernachlässigung führt zu langanhaltender, oft lebenslanger sozialer und psychologischer Beeinträchtigung. Sobald die Tiere erwachsen sind, eignen sie sich nicht mehr für ihre Rolle, können aber nicht in die Freiheit entlassen werden. Sie werden oft eingesperrt, leiden ein Leben lang unter psychischen Störungen und werden sehr aggressiv.

 

«lächelnd»

Schimpansen lächeln nicht, wenn sie glücklich sind. Was aussieht wie ein menschliches Lächeln, ist in Wirklichkeit eine Angst-Grimasse, Zeichen von grösstem Stress.

 

 

Beim Interagieren mit Menschen

Direkte Interaktionen zwischen Schimpansen und Menschen sind gefährlich. Dies nicht nur, weil Schimpansen extrem stark sind und aggressiv sein können, sondern auch weil die beiden Spezies aufgrund ihrer genetischen Ähnlichkeit gegenseitig Krankheiten übertragen können, die beide Seiten gefährden.

 

Was können Sie gegen unangemessene Online-Inhalte tun?

 

  1. Posten, liken und teilen Sie nur respektvolle Bilder von Wildtieren auf Social Media. Freuen Sie sich an Bildern von Schimpansen in ihrem natürlichen Umfeld – in freier Wildbahn, umgeben von Artgenossen, beschäftigt mit natürlichen Aufgaben – sie sind wundervoll.

 

  1. Melden Sie  schädigende Inhalte.

 

  1. Fotografieren Sie Wildtiere stets auf respektvolle Weise, zB indem Sie diese Ratschläge von National Geographic befolgen.

 

  1. Befolgen Sie auf Reisen den Wildlife Selfie Code.

 

  1. Blenden Sie digitale Daten auf Ihren Fotos von gefährdeten Wildtieren aus, bevor Sie sie auf den Sozialen Medien posten. Die Angaben von Ort und Zeit auf den Fotos können Wilderer direkt zu den Tieren führen – das wollen Sie nun wirklich nicht.

 

  1. Wenn Sie auf Reisen Angebote mit Wildtieren buchen: informieren Sie sich über das Engagement der Anbieter für den Tier- und Artenschutz, stellen Sie Fragen, lesen Sie Online-Bewertungen. Entscheiden Sie sich für Institutionen, die Best-Practice-Richtlinien befolgen, zB die IUCN Best Practice Guidelines for Great Ape Tourism.

 

 

Das tun andere

Es geschieht langsam, doch Online-Plattformen werden zunehmend auf das Problem des illegalen Wildtierhandels aufmerksam. Einige von ihnen haben bereits neue Richtlinien erstellt. So hat zum Beispiel Moonpig seine Online-Grusskarten vom Netz genommen, die missbräuchliche Bilder von Menschenaffen zeigen. Andere müssen diesem Beispiel folgen.

 

Verantwortungsvolle Tourismus-Angebote mit Haus- und Wildtieren werden thematisiert. Airbnb verabschiedete in Zusammenarbeit mit der Organisation World Animal Protection neue Tierschutzrichtlinien. Sie entfernten alle Angebote von ihrer Plattform, die die neuen Standards nicht erfüllten, und fügten tausende hinzu, die es tun.

 

Soziale Medien-Plattformen sind daran, ihre Melde-Tools zur Vermeidung von unpassenden Inhalten zu verbessern. Es gibt noch viel zu tun, aber es ist ein Anfang. Informieren Sie sich, wie Sie schädigende Inhalte melden können.

 

himpanzee Mambou at Tchindzoulou island. Jane Goodall Institut Schweiz

Chimpanzee Mambou at Tchindzoulou island.

 

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